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Als international agierender Manager einer Weltmacht hat Bush den Alkoholnebel, der ihn zum persönlichen Versager machte, durch den Nebel missionarischer Überzeugungen ersetzt. Er kann sich in nichts und niemanden einfühlen, wenn es nicht seinem Weltbild entspricht. Er ist ein Antidiplomat, weil er sich - auch das gehört zur Psychologie der Bekehrten - nicht vorstellen kann, dass es andere Werte gibt als die eigenen. Ironie der Geschichte: Gerade dieser einem primitiven Christentum hörige Präsident trifft auf den Terror von Islamisten, die eine noch primitivere, jede Form von Rechtsstaatlichkeit ignorierende Version ihrer eigenen religiösen Tradition aggressiv vertreten.
Ich halte nichts von der Psychotheorie, dass Bush junior den Krieg gegen Saddam anzettelte, um den Senior zu übertreffen. Sein Handeln spricht vor allem für die größere Naivität dieses Missionars seiner selbst. Bush konnte immer noch gut delegieren, aber er war nicht mehr in der Lage, seine Mitarbeiter kritisch einzuschätzen. Es zeigte sich jetzt der gravierende Nachteil charismatischer Führung: Sie entmutigt jene Mitarbeiter, die zu einer kritischen Einschätzung der Lage fähig sind, und läuft Gefahr, sich mehr und mehr von der Realität zu entfernen.
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Mittwoch, 9. Mai 2007
Psychogramm eines Entscheiders
Bereits in der vergangenen Woche hat sich hier ein Beitrag mit den Entscheidungsprozessen in der derzeitigen US-Administration beschäftigt. Darum geht es auch in diesem Artikel Wolfgang Schmidbauers:
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